HitStory Spezial mit Rick Springfield und einem neuen Rätsel

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In der „HitStory Spezial“ stellt Jens Meyer diesmal den australisch-amerikanischen Musiker und Schauspieler Rick Springfield mit seinem Song „Celebrate Youth“ vor. Hier die komplette HitStory zum Nachlesen:

Mein cooler Rick („Celebrate Youth“ – Rick Springfield)

 

Wenn ich zu meinem Friseur Karl-Heinz „Kalle“ Lege gehe, durch die Salontüre am Breiten Weg im Klütviertel schreite und einen guten Tag wünsche, dann weiß er schon vorher, dass ich wieder ein Foto von Rick Springfield aus der Jeanshosentasche fingere. „Ungefähr so sollen meine Haare aussehen“, sage ich ihm dann, lege das zerknitterte Bild des australischen Rockmusikers und Schauspielers auf den Waschtisch, und er, „Kalle“, beginnt zu schnippeln. So aussehen wie Rick Springfield, so cool sein, das war mein Wunsch, da ich noch mit dem Fahrrad von Königsförde nach Aerzen zur Realschule fuhr und aussah wie eine Scheibe Gouda. Noch heute gönne ich mir dieses postpubertäre Gehabe, ohne dass jemand jemals zur mir gesagt hätte, dass ich wie Rick Springfield aussehen würde. Ganz schön mies.

Ich hätte lieber Gitarre spielen lernen sollen. In den Achtzigern bildete ich mir ein, bei den Mädels besser anzukommen, wenn ich, wie Rick Springfield es tat, die Ärmel des Jacketts bis kurz unter die Ellbogen zog, damit die Adern des Unterarms quasi abklemmte, die dann wie puckernde, rotblaue Energiebahnen hervortraten und androhten, gleich platzen zu wollen. Das fand ich männlich. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass es besser gewesen wäre, einfach nur Gitarre spielen zu lernen, anstatt die Adern spielen zu lassen, weil es mit den Muskeln nicht weit her war. Mit den Mädchen auch nicht.

Egal, ich hörte trotzdem „Love Somebody“ und all die Songs, die Rick spielte. Und „Celebrate Youth“, (m)eine Hymne gegen die Piesepampelconnection auf der ganzen Welt, die früher schon unerträglich war und es heute immer noch ist. Früher war nämlich nicht alles besser, also wäre es womöglich anzuraten, den jungen Menschen ein Vorbild zu sein. Das funktioniert am besten, wenn man nicht krampfhaft versucht, besonders erwachsen zu wirken. Solche Typen gehen mir gegen den Strich, begegnen mir aber jeden Tag auf‘m Flur und anderswo.

Und dann flöte ich fröhlich ein Liedlein, ganz für mich: „Celebrate Youth“. Ja, feiert die Jugend, und fangt mit Eurer eigenen an. Lasst sie nicht untergehen. Das ist sogar machbar, ohne später als berufsjugendlicher Blödian durch die Welt zu schlappen. Obwohl Springfield sicher eine tiefer reichende Message in seinen Hammersong verwoben hatte, der aus dem Album „Tao“ – eines seiner besten – herausfunkelt wie ein Edelstein, reicht mir dennoch die oberflächliche Betrachtung deshalb, da sie wenigstens schon auf den richtigen Weg führt.

Der Song wird vom ersten Ton an getragen durch das Schlagzeug; es wirkt wie ein Zwölfzylinder-Motor, der in rauschender Fahrt auf heißem, australischem Highway die Luft einsaugt, die er zum Laufen braucht. Gitarre, bisschen Bass (in den Achtzigern spielten die dicken Saiten öfter nur eine Nebenrolle), und dann fängt Springfield an zu singen.

„So Celebrate Youth (celebrate)

Those who have it (young ones)

Celebrate Youth (celebrate)

Give them sight

The future of the world’s in the (celebrate)

Hands of children (young ones)

So Celebrate Youth (celebrate)

Teach them right.“




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