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In der „HitStory Spezial“ stellt Jens Meyer diesmal den US-Singer/Songwriter John Mellencamp mit zwei Songs vor – und gibt ein neues Rätsel auf.
Hymne an die Kleinstadt („Small town“ – John Mellencamp)
Kenny Aronoff tut mir leid. Was er macht, macht er gut, aber es hört sich immer ein bisschen blechern an, wenn er für John Cougar Mellencamp das Drumkit bearbeitet. Oh sorry, nicht Cougar, den semmeligen Beinamen hatte er im Laufe der Zeit ja ad acta gelegt, nur noch Mellencamp natürlich, also John Mellencamp.
Auch nicht gerade ein Künstlername wie in Stein gemeißelt, es klingt nicht so cool wie „James Bond“, es klingt leider nur ungefähr so attraktiv wie „altes Mettbrötchen“, aber die Fans hat’s nie gestört, so heißt er eben ohne Verschlimmbesserung. Letztlich geht’s ja aber um die Mucke. Die ist meines Erachtens in weiten Teilen nur okay, aber ein paar strahlende Höhepunkte hat sie. Obwohl das Schlagzeug bisweilen eben so klingt, wie es klingt: als wäre es nicht an die elektronischen Sounds gekoppelt. Armer Kenny.
Und reicher John. Mit „Jack And Diane“ und „Hurts So Good“ hatte er abgeräumt Ende der 70er-Jahre und Anfang der 80er, hat Millionen Platten verkauft. Diese beiden Kracher deshalb als Hi(t)story in die Waagschale zu werfen, wäre mir aber zu simpel; nein, da besinne ich mich doch lieber auf ein Lied, das John Mellencamp allen Kleinstädtern (und also Hamelnern, Hessisch Oldendorfern, Bad Pyrmontern (…) auf den Leib geschneidert hat: „Small Town“. Es gibt Hamburger, Münchner, Berliner, die finden sich so unendlich cool, selbst mancher Hannoveraner – und mal ehrlich: Hat der Grund dafür? – tragen ihre Nase weit oben, um zu zeigen, dass sie nicht Teil der Provinz sind. Wenn die wüssten…
Erstens hängt provinzielles Denken nicht von der Größe des Ortes ab. Und zweitens: Was ist eigentlich so schlimm daran, nicht in einer Großstadt zu wohnen? Ich habe das bis heute nicht kapiert, warum es ein Makel sein soll. Und fragt man die, die ausgewandert sind in die großen Städte, finden sie auch keine Antwort darauf. Deshalb Fahne hoch für die kleine Stadt:
„Got nothing against a big
town. (…)
But my bed is in a small town.
Oh, and that’s good enough for me.“
Da hat John Mellencamp aber so was von Recht … Der Song imponierte mir bereits 1985. Stark in seiner Wirkung, simpel in seiner Machart. Schlagzeug, Bass, Gitarre, Gesang. Mehr braucht’s nicht für eine rockige Message. Am 6. Dezember 1985 wollte ihn Mellencamp auch live spielen, was er zwar tat, leider aber mit erheblichen Soundproblemen: Zweimal fiel die Tonanlage komplett aus. Und wo ist es passiert? In einer „Big Town“, im Madison Square Garden in New York. Ich kann mich an kein Konzert in Klein-Hameln erinnern, wo der Ton schlapp gemacht hätte.
Also lassen wir sie hochleben, die „Small Town
Jens F. Meyer
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