Die Straße ist nach der Dichterin Agnes Miegel benannt, die wegen ihrer Nähe zum NS-Regime seit Jahren kritisch gesehen wird. Die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und Linken möchte den Hamelner Miegelweg zum 10. Mai 2028 umbenennen. Das ist der Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen. Ziel sei eine klare Abgrenzung von der NS-Vergangenheit, so die SPD.
Kritik daran kommt vor allem von Anwohnerinnen und Anwohnern. In einem Bürgerantrag sprechen sie sich gegen eine Umbenennung aus. Stattdessen schlagen sie erklärende Hinweistafeln vor, die den historischen Hintergrund einordnen. 102 Unterschriften wurden dafür gesammelt, die meisten direkt aus der Nachbarschaft. Als Gründe nennen sie vor allem den hohen bürokratischen Aufwand und mögliche Kosten. Im Umweltausschuss setzte sich die rot grüne Mehrheitsgruppe dennoch mit ihrem Antrag durch. Die CDU enthielt sich, die FDP stimmte dagegen. Die Diskussion ist damit aber noch nicht abgeschlossen: Im August wird sich der Stadtentwicklungsausschuss erneut mit dem Thema befassen. Wie die Straße künftig heißen könnte, ist bislang noch offen.


