Niedersachsen: Parkinson-Risiko durch Pestizide

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Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) macht auf das Parkinson-Risiko durch Pestizide aufmerksam.
Wer auf den Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, habe ein erhöhtes Risiko, Parkinson zu bekommen, wenn er über Jahre häufig mit Pflanzenschutzmitteln zu tun hatte, sagt Stephanie Wlodarski von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide sei als Berufskrankheit anerkannt. Betroffene müssten allerdings nachweisen, dass sie in ihrem Berufsleben mindestens 100 Tage mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet hätten. Das gelte neben Menschen, die in der Landwirtschaft gearbeitet haben, beispielsweise auch für Beschäftigte im Gartenbau und im Forst. Gefahren lauerten auch in der Floristik und auf dem Bau: Denn auch bei Sanierungsarbeiten werde mit Pestiziden gearbeitet, z.B. so kämen häufig Baustoffe mit Anti-Schimmelmitteln zum Einsatz, die oft Pestizide enthalten.
An die niedergelassenen Ärzte im Landkreis Hameln-Pyrmont appelliert die Agrar-Gewerkschaft, Parkinson-Patienten gezielt anzusprechen, um abzuklären, ob es sich um eine Berufskrankheit handele. Die gesetzlichen Krankenversicherungen fordert die IG BAU Niedersachsen-Mitte auf, Parkinson-Patienten anzuschreiben und zu informieren. Die IG BAU-Bezirkschefin kündigt außerdem an, dass sich die Agrar-Gewerkschaft auch dafür einsetzen werde, dass mehr Betroffene die Anerkennung als Berufskrankheit bekommen.
Die Gewerkschaft rät Menschen, die in gefährdeten Branchen arbeiten, sich bei Fragen an ihre jeweilige Berufsgenossenschaft zu wenden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) habe extra eine „Parkinson-Hotline“ geschaltet: 0561 / 785 – 10350. Außerdem gebe die Berufsgenossenschaft Hinweise auf ihrer Homepage.




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